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Erster Hoffnungsschimmer am Büromarkt im Westen

Montag, 23.4.12, Gerhard Rodler

Deutschland ist ja dem österreichi­schen Immobilienmarkt im Schnitt ein halbes Jahr bis ein Jahr voraus. Wenn das diesmal auch gilt, so kommen bislang uner­wartet wieder bessere Zeiten auf den heimischen Büroimmo­bilienmarkt und die Immobilienbranche im Allgemeinen zu.

Denn in Deutschland ist der Büroimmobilien­markt in den zurück­liegenden Wochen über­raschend wieder auf Touren gekommen. „Auch im langjährigen Vergleich ist dieses Re­sultat weit oben angesiedelt“, erläutert Sven Stricker, Geschäftsführer und Bereichsleiter In­vestment von BNP Paribas Real Estate. „Nur in den Jahren 2007 und 2008 wurde bislang ein besseres erstes Quartal erzielt.“ Damit haben sich Büro-Investments wieder klar an die Spitze aller Nutzungsarten gesetzt. Ihr Anteil am Gesamtumsatz mit gewerblichen Immobilien liegt in den ersten drei Monaten des Jahres bei 42 Prozent. Damit werden die im vergangenen Jahr führenden Einzelhandelsobjekte deu­tlich auf den zweiten Platz verwiesen (29 Prozent).
Diese Zahlen sind umso bemerkens­werter, weil es in Wien im gleichen Zeitraum einen massiven Investment-Einbruch gegeben hatte. Die großen Investoren haben in den ersten drei Monaten dieses Jahres um sage und schreibe 50 Prozent weniger investiert als im Vergleichszeitraum des Vor­jahres.
Das sehr gute Ergebnis in Deutschland hingegen wurde im Wesentlichen von den starken Umsätzen an den Big-Six-Standorten getragen. Insgesamt belief sich der Investmentumsatz in diesen Städten im ersten Quartal auf 1,5 Milliarden Euro, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 236 Prozent entspricht. Gleichzeitig entfallen damit knapp 74 Prozent des in Büroobjekte investierten Trans­aktionsvolumens (ohne Berücksicht­igung von Portfoliodeals) auf die Top-Standorte. Lediglich zwei Städte, nämlich Berlin (minus 30 Prozent) und Köln (minus 28 Prozent) verzeichneten einen geringeren Umsatz als im Vorjahreszeitraum. Eindeutig an die Spitze gesetzt hat sich bisher Frankfurt mit einem Transaktionsvolumen von 576 Millionen Euro, womit das schwache Ergebnis des ersten Quartals 2011 um über 500 Millionen Euro übertroffen wurde. Der mit Abstand größte Deal war dabei der Verkauf des Mehrheitsanteils am Hochhaus Trianon für rund 230 Millionen Euro. Darüber hinaus konnten aber noch vier weitere Verkäufe zwischen 50 und 100 Millionen Euro registriert werden. Auf dem zweiten Platz folgt München mit 434 Millionen Euro (plus 334 Prozent). Stark beeinflusst wurde dieser sehr gute Umsatz vom Verkauf der Allianz-Deutschlandzentrale in Unterföhring für über 300 Millionen Euro.
Aber auch Hamburg mit 258 Millionen Euro (plus 80 Prozent) und Düsseldorf mit 142 Millionen Euro (plus 403 Prozent) haben einen fulminanten Jahresauftakt hingelegt. Weitere 19 Prozent des Transaktionsvolumens entfallen auf die übrigen Städte mit mehr als 250.000 Einwohnern, wohin­gegen kleinere Standorte lediglich mit rund 10 Prozent am Umsatz beteiligt waren.

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